Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Aufsatz des barocken Schriftenschrankes aus der Kunst und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen zu Halle

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Mittelarmenisches Wörterbuch

Edition des Wörterbuchs des Mittelarmenischen von Josef Karst

Das „Wörterbuch des Mittelarmenischen" (WMA) des deutschen Armenologen Josef Karst (1871-1962) gilt als die umfangreichste lexikalische Dokumentation des Mittelarmenischen. Das Mittelarmenische liegt dem modernen Armenischen unmittelbar zugrunde und bezeichnet die Sprachform des Armenischen zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert. Karsts Lexikon ist zudem ein umfangreiches Kompendium der mittelarmenischen Kultur, denn außer den Stichworten und deren Übersetzung ins Deutsche enthält es Anmerkungen zu verschiedensten Sachgebieten, wie beispielsweise Geschichte, Recht und Medizin, sowie eine große Zahl von zumindest bis zur Entstehung des Manuskripts nicht in westliche Sprachen übersetzten Textstellen der mittelarmenischen Literatur. Eine vergleichbare Sammlung des mittelarmenischen Wortschatzes existierte lange weder innerhalb noch außerhalb Armeniens, erst in den Jahren 1987, 1992 erschien ein zweibändiges neuarmenisch-mittelarmenisches Wörterbuch. Das WMA, das bisher nur als Manuskript vorliegt, entstand etwa zwischen 1930 und 1962 und befindet sich seit 1963 im Archiv des Matenadaran. Dem UNESCO-Weltdokumentenerbe zugerechnet, gehört das Matenadaran zu den renommiertesten geisteswissenschaftlichen Forschungsstätten in Armenien und hat als Hüterin des literarischen Erbes Armeniens herausragende Bedeutung für die kulturelle Identität des Landes. Das Manuskript umfasst ca. 8000 einzelne Blätter unterschiedlicher Größe und Qualität. Der konservatorische Zustand der Blätter war inzwischen teilweise so besorgniserregend geworden, dass nur durch eine rasche Edition der Text noch zu retten war. Diese Edition entsteht nun in Kooperation zwischen deutschen und armenischen Wissenschaftlern mit großzügiger finanzieller Unterstützung der VolkswagenStiftung.
Die Ziele des Projektes können wie folgt umrissen werden:

  • ein wichtiges Zeugnis der traditionsreichen deutschen Armenologie vor dem Untergang zu retten,
  • es den Kulturwissenschaften in Armenien sowie der internationalen Armenologie zur Verfügung zu stellen,
  • möglichst weitgehend armenische Nachwuchswissenschaftler in die Arbeit an der Edition einzubinden,
  • und so den wissenschaftlichen Austausch, der nach der Wiedererlangung der staatlichen Selbständigkeit Armeniens für beide Länder besonders wichtig erscheint, zu fördern.


Die Edition erfolgt im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Matenadaran-Institut in Jerewan und dem Orientalischen Institut, und hierin dem Seminar für Christlichen Orient und Byzanz bzw. dem Seminar für Indogermanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Projektleiter:
Prof. Dr. Gerhard Meiser (Seminar für Indogermanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft)
PD Dr. Armenuhi Drost-Abgarjan (Seminar für Christlichen Orient und Byzanz)

Bearbeiter:
Armenien: Dr. Geworg Vardanyan, Dr. Nazik Hovhannisyan, Dr. Norik Poghosyan, Dr. Vahagn Abgaryan, Dipl-phil. Nelly Mkrtchyan
Deutschland: Hermine Buchholz-Nazaryan, M. A., Harald Bichlmeier, M. A., Branka Ivušic

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